achtzehn

Wir starren unentwegt auf den riesengroßen Mond & es will uns nicht ein gutes Bild gelingen mit dem Smartphone. Wieder bleiben wir stehen, starren in das glattgezogene Bettlaken (sattblau) über unseren Köpfen, nicht diesig ist es heute, sondern klar, fast eisig & riesengroß der Mond auf Höhe der Häuserdächer; wieder bleiben wir stehen, positionieren die Kameras: Die Häuserdächer verschlucken ihn, den Mond, sobald wir auf die Auslöser drücken. Es ergibt sich uns kein passendes Umfeld, kein Winkel oder Ausschnitt, der es ermöglicht, den riesengroßen Mond in seiner Riesengröße erfahrbar zu machen; nur du & ich erfahren ihn, den riesengroßen Mond. Kein Bild auf Instagram. Keine Erinnerung an unseren Sparziergang. Uns bleibt nichts als das Abspeichern in die Köpfe & wären wir nicht zu zweit gewesen, wäre auch das nicht passiert.

siebzehn

Im Entzug. Wenn du nicht mehr weiter weißt, tritt einen Schritt zurück, verschaff dir ein größeren Überblick, betrachte das Gesamtbild. Eine Verrücktheit im Grunde, sich immer wieder auszusetzen, den Anderen auszusetzen und dann fragen sie: ist das real und ich hab gar keine Antworten mehr, ich kann mich nur aussetzen und aussetzen im Wechsel; im Wechselspiel der Gefühle sitzen wir uns gegenüber und du redest oder ich, es macht bald keinen Unterschied, im Kopf ist es das selbe, jede Begegnung gerinnt.