siebzehn

Im Entzug. Wenn du nicht mehr weiter weißt, tritt einen Schritt zurück, verschaff dir ein größeren Überblick, betrachte das Gesamtbild. Eine Verrücktheit im Grunde, sich immer wieder auszusetzen, den Anderen auszusetzen und dann fragen sie: ist das real und ich hab gar keine Antworten mehr, ich kann mich nur aussetzen und aussetzen im Wechsel; im Wechselspiel der Gefühle sitzen wir uns gegenüber und du redest oder ich, es macht bald keinen Unterschied, im Kopf ist es das selbe, jede Begegnung gerinnt.

neun

In Helens warmen Armen denke ich an Sarah. Ich denke auch oft an Helen, wenn Sarah neben mir auf der Couch sitzt. Letzten Samstag zum Beispiel, als sie zu erst im Badezimmer weinte, dann auf der Couch. All ihre Shirts sind im Kragen ausgeschnitten, so weit ich weiß. Sie rutschen ihr über die geraden Schultern. Dann kommen ihre Schlüsselbeine zum Vorschein. Ich will sie dennoch nicht ficken und denke an Helen. Helen ist anders. Nicht so verletzlich. Egal wie hart ich sie schlage, es ist ihr niemals zu viel. Ich kann sie schlagen und quälen und ihr das Hirn raus ficken. Helen weint nicht. Sie lacht und will mehr.

sieben

Und irgendwann war es dann doch endgültig aus und zu Ende und Schluss. Ich liege am Boden, im Gras, unter Bäumen und wundere mich nicht: mein Körper revoltiert, gibt, in sich ruhig anbahnenden Wellen, wilde Zuckungen von sich, als wolle er etwas sagen, als wolle er etwas mitteilen, als gäbe es etwas zu teilen in diesem, seinem Innenraum. Ich liege am Boden, im Gras, unter Bäumen und wundere mich nicht: mein Körper revoltiert, veräussert sich in ruhig anbahnenden Wellen, will sich äussern, zum Ausdruck bringen. Da kommt aber nichts mehr. Ich habe in den letzten Stunden, Tagen, ich weiß nicht mehr wann, nichts mehr zu mir genommen. Ich breche leer vor mich hin unter Bäumen, im Gras. Irgendwann hört das Ringen auf. Die Zuckungen werden seltener. Irgendwann ist er erschöpft, dieser Körper. Wehrt sich nicht mehr. Dann lieg ich da: bewegungslos.