siebzehn

Im Entzug. Wenn du nicht mehr weiter weißt, tritt einen Schritt zurück, verschaff dir ein größeren Überblick, betrachte das Gesamtbild. Eine Verrücktheit im Grunde, sich immer wieder auszusetzen, den Anderen auszusetzen und dann fragen sie: ist das real und ich hab gar keine Antworten mehr, ich kann mich nur aussetzen und aussetzen im Wechsel; im Wechselspiel der Gefühle sitzen wir uns gegenüber und du redest oder ich, es macht bald keinen Unterschied, im Kopf ist es das selbe, jede Begegnung gerinnt.

vier

Beim Eintippen der Nachricht ins Chatfenster halte ich einen Monolog. Ich sage: Mein ganzer Kopf ist ein Pickel, der ausgedrückt werden muss. Ich sage: Holy shit, ich hatte gerade den besten Blowjob meines Lebens. Ich sage: Wir sitzen in der Bar und der Mensch neben mir redet und redet. Der Mensch neben mir ist einsam, verzweifelt, gebrochen, roh, grausam, erbärmlich. Der Mensch neben mir hat so viele Adjektive erfunden aber keines passt. Ich sage: Der Mensch neben mir ist eine Leinwand. Der Mensch neben mir hat eine lange Vergangenheit. Ab einem gewissen Alter, sage ich, ab einem gewissen Alter gibt es nur noch Vergangenheit. Dann sage ich dem Mensch neben mir: I want to go down on you und erst als ich auf den Knien bin, spüre ich ihn, den Mensch neben mir.